Drucktechniken. Zeichnerisch & technisch präzise und stets spiegelverkehrt zeigt sich das künstlerische Ergebnis.

Radierung ... stammt vom lat. radere für kratzen, wegnehmen oder entfernen

... und ist so ein grafisches Tiefdruckverfahren.
In eine Druckplatte wird radiert mit der Radiernadel. Entweder geschieht das mechanisch direkt mit einer Stahlradiernadel in die Platte, so dass eine Kaltnadelradierung mit zarten, präzisen Linien, aber auch aufgeworfenen Ränder tiefer Furchen entsteht. Letztere nehmen beim anschließenden Auftrag der Druckfarbe besonders viel Farbe auf, werden dann also intensiver schwarz abgedruckt.

Umgekehrt funktioniert die Ätzradierung, bei der zunächst eine weiche Schutz- oder Abdeckschicht auf die Druckplatte aufgetragen wird, in die dann zu kratzen ist. Die Ätzflüssigkeit greift anschließend nur frei gelegte Stellen der Druckplatte an, solange bis Deckschicht und Ätzflüssigkeit durch Spülen gemeinsam entfernt werden. Das Ätzen geschieht dabei naturgemäß etwas ungleichmäßig und dringt auch geringfügig unter die Deckschichtränder. Ergebnis sind etwas weicher wirkende Linien.

Tiefdruckverfahren sind beide Radiervarianten, denn es wird anders als bei einem Hochdruckverfahren nicht Hochstehendes gefärbt und abgedruckt. Vielmehr wird die Druckplatte erst komplett eingefärbt und anschließend wieder abgewischt. Unverletzte, glatte Flächen werden dabei sauber, Druckfarbe verbleibt nur in den radierten Vertiefungen der Druckplatte. Wird nun angefeuchtetes Papier  aufgedrückt, saugt dieses Druckpapier die Farbe aus den Vertiefungen. Nötig ist für diesen Druck also eine Walzendruckpresse, Druckplatten bestehen meist auf Kupfer oder Zink.

Kupferstich ... ist auch ein Tiefdruckverfahren,

... bei dem mit einem Kupferstichel scharfe Linien präzise in die Platte eingeschnitten werden. Verwendet wird dabei ein Stichel, der das Material aus der Druckplatte mechanisch wegschiebt oder eben „sticht“. Gearbeitet muss dabei technisch bedingt vom Körper weg, so dass nur gerade oder gebogene Linien scharf geschnitten werden können. Parallele oder gekreuzte Züge entstehen so typischerweise. Dagegen kann die Radiernadel frei geführt werden wie beim Zeichnen mit einem Stift.

--> für mehr Infos zu Radierung & Kupferstich siehe z.B.: https://de.wikipedia.org/wiki/Radierung

Lithographie ... hier wird ebenfalls gedruckt,

... aber indem zu druckende und nicht zu druckende Teile diesmal auf einer gemeinsamen Ebene liegen, aber chemisch anders reagieren. In diesem Flachdruckverfahren nehmen die frei bleibenden Stellen die fettende Druckfarbe nicht an, da sie vorher mit Wasser befeuchtet werden.

Der Lithographiestein wird dazu bemalt, so dass die zu druckende Zeichnung diese Stellen des Steins gegen Wasser versiegelt. Wird der Stein anschließend angefeuchtet, sind nur die versiegelten Stellen trocken und sind aufnahmebereit für die fetthaltige Druckfarbe. Wird nun Papier mechanisch aufgepresst, drucken nur die vorher bemalten Stellen. Damit der Druck wirklich sauber wird, muss der Stein sehr dicht sein und plangerade. Geschliffener Solnhofener Plattenkalk ist dafür besonders geeignet und zeigt mit seiner grauen Farbe seine dichte Struktur und damit beste Druckeigenschaften.

Gemalt wird mit lithographischer Tusche, als Stangentusche mit Wasser anreibbar und mit Stahlfeder aufgebracht, oder fester Lithographiekreide. Korrekturen lassen sich nur mit Schabern vornehmen und Abdrücke von Fingern müssen unbedingt vermieden werden, da deren fettige Spuren sonst später mit gedruckt würden.
---> für mehr Infos zur Lithographie siehe z.B.: https://de.wikipedia.org/wiki/Lithografie

Bau der Ravennabrücke im Höllental

Radierung



Klauskirchl in Achern

Radierung